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Foto: Uta Rauser; Stadt Land Flucht
„Je konkreter Sie von der Musik reden, desto weiter weg kommen Sie von der Musik“, sagte mir einmal der russische Pianist Grigory Sokolov. Stimmt. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich jemanden gefunden habe, der oder die anschaulich, lebendig, im Idealfall witzig vom Leben mit der Musik und in der Musik erzählt. Ich fühle mich als Radioautor wie der Zöllner in Brechts Legende von der Entstehung des Buches Taoteking. Der hat dem Weisen „die Weisheit abverlangt“. Ich selbst spiele leidenschaftlich gern Geige, leider nicht sehr gut. Was ich über Musik weiß, verdanke ich der Liebe zur Musik. Fürs Radio arbeite ich besonders gern. Für Quoten-Denker spielt Radio seit langem keine Rolle mehr. Aber was könnte eine durch gigantische Bildermengen zu Tode ermüdete Fantasie besser wiederbeleben, als das Radio? Wenn es gut gemacht ist, provoziert es mit sanfter Intensität im Kopf des Hörers Bilder, ja ganze, in Eigenproduktion entstehende Filme zu den Gedanken, Klängen und Geräuschen, die der Autor liefert. Radio ist nötig. Es ist interaktiv im besten Sinn.